Flüchtlingspraktika Beispiele Duisburg

 Flüchtlingspraktika Beispiele Duisburg: Schulpraktikum – Orientierungspraktikum „Elektro“ – Praktikum KFZ-Branche (April 2016, Duisburg) – Kurzpraktikum Gesellschaft für Schweißtechnik(August 2016)

Flüchtlingspraktika Beispiele Duisburg

 Schulpraktikum

Geflüchtete als Willkommenshelfer – Praktikum in Duisburger Schulen

In einem Projekt des Kommunalen Integrationszentrums unterstützen seit September 2016 geflüchtete Männer und Frauen, hauptsächlich aus Syrien, die dort als Lehrer/in oder in einer akademischen Tätigkeit bzw. als Studierende tätig waren, die Duisburger Schulen mit Neuzuwandererkindern durch ihre Sprach- und kulturellen Kompetenzen.

Die Projektidee entstand aus dem Kontext der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe.

In den Schulen herrscht oft große Not bei den Lehrkräften, die sich mit der Situation der ständig wachsenden Anzahl von Schülern ohne Deutschkenntnisse, mit den sehr heterogenen Gruppen und auch mit der schwierigen Verständigung mit Eltern, oft sehr belastet fühlen.

Auf Seiten der Geflüchteten, die meisten von ihnen besitzen mittlerweile den Status der Anerkennung und besuchen Deutsch- und Integrationskurse, besteht ein hohes Interesse, die deutsche Sprache praktisch anzuwenden und zu erweitern, sowie  auch ihre Herkunftssprachenkenntnisse nutzbringend einzusetzen .

Was lag also näher, als diese Menschen zusammenzubringen und diesen meist jungen Leuten ein Praktikum im Bildungsbereich anzubieten?

So freuen sie sich über eine sinnvolle Beschäftigung, lernen im deutschsprachigen Unterricht auch selbst mit und erhalten zudem nebenbei einen Einblick ins deutsche Bildungssystem.

Über Kontakte zu Berater/innen der Wohlfahrtsverbände bzw. den Ehrenamtlich Tätigen aus der Flüchtlingshilfe wie auch durch Vermittlung von Sprachkursleitern, dem Referat für Bürgerengagement und des Jobcenters werden geeignete interessierte Personen durch das Kommunale Integrationszentrum an die Schulen vermittelt.

Während des Unterrichts können sie einzelnen Kindern helfen, sei es in fachlichen Fragen, z.B. bei Mathematikaufgaben, oder durch kurze Übersetzungen.

Oft wird ihre Hilfe auch bei der Alphabetisierung einzelner Kinder gebraucht.

Im Rahmen des Ganztags wird zusammen gespielt oder bei den Hausaufgaben geholfen und bei Anmelde- und Elterngesprächen sind sie als Sprachmittler tätig.

Der Praktikums-Einsatz wird individuell abgesprochen und dauert nach einer 3- wöchigen

„Schnupperzeit“ 3 Monate. Danach können sich die Helfer entscheiden, ob sie ehrenamtlich weiterarbeiten möchten.

Erwartungsgemäß sind die Schulen sehr froh über die Unterstützung.

Neben dem Einsatz in der Schule gibt es Austauschtreffen, bei denen den TeilnehmerInnen auch fachliche Inputs vermittelt werden, z.B. zu pädagogischen Themen und auch Informationen zu ihren eigenen beruflichen Perspektiven. Diesbezüglich bietet ein Bildungsberater ein individuelles Coaching an.

Auch der Austausch bei anderen gemeinsamen Aktivitäten, z.B. beim 14-tägigen Sprachcafe-Angebot oder bei gemeinsamen Ausflügen,  kommt für die Neu- Duisburger nicht zu kurz.

Aus den Kontakten ergeben sich viele weitere Bedarfe, die sich an die Helfer richten, z.B. die Suche nach einer Wohnung, nach Jobmöglichkeiten, Freizeitangeboten oder Kinderbetreuung oder Studium. Hierbei engagieren sich zwei ehrenamtlich tätige pensionierte Lehrerinnen ergänzend.

Ansprechpartnerin

Julia Rombeck, KI Duisburg, j.rombeck@stadt-duisburg.de, Tel. 0203 283-8168

 

Orientierungspraktikum „Elektro“

Mohammad Darwish ist 23 Jahre alt und vor einem Jahr als Flüchtling aus Syrien nach Duisburg gekommen. Mit Frau und 10 Monate alter Tochter lebt er inzwischen in einer eigenen Wohnung. In Syrien hat er nach dem Abitur ein Studium als Übersetzer Englisch -Arabisch begonnen. In Duisburg hat er Sprachkurse in Deutsch absolviert.

Nach Beratung mit seiner ehrenamtlichen Betreuerin war er zum Ergebnis gekommen, dass er mit seinem Studium auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland wenige Aussichten auf eine dauerhafte Beschäftigung hat. Er ist technisch interessiert, hat viel mit Computern gearbeitet und kann sich eine Tätigkeit im Berufsfeld „Elektro“ vorstellen. Mit Hilfe der FLÜPRA Gruppe wurde daher ein Platz für ein Praktikum in dieser Branche gesucht.

Das mittelständische Unternehmen „ETW Energietechnik GmbH“ in Moers ermöglichte kurzfristig ein Praktikum. Da der Sprachkurs, den Herr Darwish zur Zeit besucht, in den Osterferien 2017 Pause hat, wurde diese Zeit für das Praktikum ausgewählt. Ziel sollte sein, festzustellen, ob eine grundsätzliche Eignung für eine Ausbildung im Arbeitsfeld

„Elektro“ vorliegt. Nach Abschluss des Praktikums wurde die folgende Praktikumsbescheinigung ausgestellt.

 

Herr Darwish wird nun den Sprachkurs fortsetzen und, wenn das notwendige Niveau zur Teilnahme am Berufsschulunterricht vorhanden ist, sich um einen Ausbildungsplatz bewerben. Dazu könnte ein weiteres Praktikum, das auf eine konkrete Ausbildung ausgerichtet ist, hilfreich sein.

 

Praktikum KFZ-Branche (April 2016, Duisburg)

Flüchtlingspraktikum KFZ-Werkstatt

Der 33-jährige Adel H. aus Eritrea macht seit dem 4.4.2016 ein dreiwöchiges Praktikum bei der KFZ-Firma Lindner, weil er die Arbeitswelt in Deutschland kennenlernen will. Nach dem Praktikum beginnt sofort sein  Intensiv-Deutschkurs – zum B1-Abschluss in nur 5 Monaten.

In Eritrea machte Herr H. eine Ausbildung zum Busfahrer und arbeitete dort 5 Jahre als Bus- und LKW-Fahrer. Während seiner vier Jahre dauernden Flucht verdiente er seinen Lebensunterhalt u.a. in einem landwirtschaftlichen Betrieb als Traktorfahrer, später arbeitete er in einer Bäckerei und bei einer Teppichreinigung.

Herr H. ist seit Ende letzten Jahres als Flüchtling anerkannt und möchte nun so schnell wie möglich hier in Deutschland auf eigenen Beinen stehen. Sein Traum ist es, auch hier als LKW-Fahrer arbeiten zu können.

 

 

 

Kurzpraktikum GSI – Gesellschaft für Schweißtechnik international mbH Duisburg (August 2016)

Die Teilnehmer zeigen handwerkliches Geschick und Erfahrung und kommen für die Förderung durch die Agentur für Arbeit infrage.

Kurzpraktikum Flüchtlinge